Preisträger 2014/15

 

 

Preisträger - CH236 – Inopinata

Ursula Hardt und Ines Czarnecki  |  Fachhochschule Münster 

Begründung der Jury

Die Arbeit bildet die Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema „Structure“ in herausragender Weise ab. Mit einem variantenreich einsetzbaren Fügungsprinzip entsteht durch die Schichtung von vorgefertigten Stäben aus Textilbeton eine spannende räumliche Struktur, die in vielen Ebenen erlebbar ist.

Als konkreten Einsatzort schlagen die Entwurfsverfasserinnen eine kleine Insel im bayerischen Eibsee vor, auf der eine offene Kapelle entstehen soll. Grundform ist ein Würfel mit einer Kantenlänge von 10m, dessen Volumen durch das Stapeln von schmalen Betonstäben entsteht. Die Stäbe jeder Schicht liegen parallel zueinander mit einem Abstand von einem Meter, wobei ihre Richtung mit jeder Schicht wechselt. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Richtungen bzw. Winkel, die die Verfasserinnen aus Daten des Eibsees wie Tiefe, Länge und Umfang abgeleitet haben. Der über zwei schmale Zugänge betretbare „Innenraum“ der Kapelle ist ein kleiner, polygonal geformter Hohlraum in der Masse der Stäbe. Hier ergeben sich für den Besucher durch die verschiedenen Richtungen der Stäbe wechselnde, immer wieder überraschende (lat. inopinata) Perspektiven und Ausblicke in die umliegende Berg- und Seenlandschaft. Mit den Tages- und Jahreszeit ändern sich auch ständig der Lichteinfall und die Atmosphäre im Innern der Kapelle.

Als besonders überzeugend wertet die Jury die am Beispiel der Kapelle eindrucksvoll umgesetzte Idee, die traditionell raumbildenden Elemente Wand und Decke aufzulösen und ein Raumerlebnis rein aus der Struktur gefügter Stäbe zu entwickeln. Die Arbeit überzeugt auch in der Tiefe der Durcharbeitung des Konstruktionsprinzips, das vielerlei unterschiedliche Raumstrukturen ermöglichen würde und damit sehr universell ist: Die aus Textilbeton mit Glasfaser-Bewehrung vorgefertigten Stäbe werden bereits bei der Fertigung im Werk an den vorgesehenen Stellen mit Stahldollen und Stahltassen versehen und dann vor Ort Schicht für Schicht aufeinandergesetzt. Die Verbindungspunkte werden mit Mörtel vergossen, während Elastomerlager Unebenheiten der Auflagerflächen sowie Bewegungen und Verdrehungen zwischen den einzelnen Bauteilen ausgleichen. Mehr noch als die ortsbezogene Anwendung ist das Interessante an der Arbeit damit die Erfindung einer typologischen Struktur bzw. Bauweise.


Preisträger - VB520 - The HL Grid

Valentina Balitskaya  |  Fachhochschule Düsseldorf

Begründung der Jury

Der Entwurf für eine künstliche Insel als begehbare Meereslandschaft setzt das Wettbewerbsthema „Structure“ in beeindruckenden Dimensionen um und zeichnet sich besonders durch seine Zukunftsfähigkeit aus. Im Bereich zwischen Land und Wasser werden durch Großstrukturen aus Beton neue Flächen erschlossen, die sich sehr vielseitig nutzen lassen.

„The HL Grid“ basiert auf der Idee einer Beton-Gitter-Struktur, die über mehrere Ebenen ein riesiges, durchlässiges Tragwerk bildet und sich wie das Meer mit dem Wechsel der Gezeiten stetig verändert. Die unteren Ebenen stehen bei Flut unter Wasser - erst bei Ebbe wird die ganze Anlage sichtbar. Dabei lassen sich über Wasserstandsanzeigen und Zeittabellen auf dem Betongitter die ungefähre Uhrzeit und die Begehbarkeit einzelner Bereiche ablesen. So erzeugen Ebbe und Flut im Zusammenspiel mit Konstruktion und Architektur einen eigenen Zeitbegriff und regen dazu an, tradierte Interpretationen von Nutzbarkeit zu hinterfragen.Für die oberen Ebenen des Grids schlägt die Entwurfsverfasserin sehr differenziert konzipierte Nutzungsszenarien mit dem Schwerpunkt Urlaub/Freizeit vor: Es gibt kleine Ferienhäuser, ein großes Hotel mit Seminarräumen und Wellnessbereich, Bars, Restaurants, Shops und weitläufige Außenanlagen mit geschützten Meerwasserbecken auf verschiedenen Ebenen, Stränden, Bootshafen und Wassersportmöglichkeiten. Weitere Wasserbecken sollen als Zuchtbecken für Aquakultur und Meeresforschung genutzt werden.

Innerhalb der eigentlich unnatürlichen Struktur bietet das Konzept in den Augen der Jury zahlreiche neue Perspektiven für das Erleben am Wasser und die Nutzbarmachung dicht besiedelter oder felsiger Küsten. Auch in der Modularität der Struktur, die beliebig in jede Richtung weiter wachsen kann, wird großes Potential gesehen. Mit ihrem mutigen, großmaßstäblichen Ansatz bildet die Arbeit ein Extrem im breiten Spektrum der Auslegung des Themas „Structure“ und damit einen wertvollen und herausragenden Beitrag zum Wettbewerb. Nicht zuletzt besticht sie durch ihre zugleich sachliche und sehr poetische Darstellungsweise.


Preisträger - CN014 - CONCRETE NODE

Jens Renneke | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Begründung der Jury

Die Arbeit zeigt eine interessante und überraschende Herangehensweise an ein sperriges Thema – Schalungen für Betonbauteile. Sie entwickelt mit einem textilgeschalten Prototypen eines dreidimensionalen Betonknotenpunkts einen beindruckenden Beitrag für den Wettbewerb, in dem die Jury großes Potential sieht.

Beton kann in nahezu jeder Form aushärten - die Grenze des wirtschaftlich Machbaren setzt meist die Schalung, die bei komplexen Bauteilformen wie Knotenpunkten oder Baumstützen in aufwändiger Handarbeit und damit sehr kosten- bzw. materialintensiv aus Holz oder Polystyrol hergestellt werden muss. Die Suche nach Alternativen war Ausgangspunkt der Arbeit, die sich intensiv mit den Möglichkeiten textiler Schalungssysteme auseinandersetzt. Sehr überzeugend ist die Grundidee, dreidimensionale Formen durch Abwicklung in einzelne ebene Flächen aus zweidimensionalen Stoffen zu erzeugen - nach dem klassischen Schnittmuster-Prinzip, mit dem auch Kleidung genäht wird. Es entstehen vorkonfektionierte, leicht transportable textile Schalungen, die mit einer simplen Hilfskonstruktion aufgestellt und mit selbstverdichtendem ultrahochfestem Beton gefüllt werden und so eine kluge Alternative zu bisherigen Herstellungsweisen bieten. Grundsätzlich als verlorene Schalung klassifiziert, könnte sie bei kraftschlüssiger Verbindung auch als Schutzschicht gegen Umwelteinflüsse auf der Betonoberfläche verbleiben. Interessant an der Arbeit ist zudem, dass das Prinzip in unterschiedlichen Maßstäben einsetzbar ist und dadurch ein breites Möglichkeitsspektrum erschließt - neben freigeformten Stützen als lastabtragende Elemente für Decken und Dächer sind z.B. auch Masten für Tragseilbrücken vorstellbar. Sehr fundiert wird die Forschungs- und Entwicklungsarbeit dargestellt, die der Herstellung des gezeigten Prototypen vorausging: Nach einer Auseinandersetzung mit den „hanging models“ von Antonio Gaudi, Heinz Isler und Frei Otto führte der Entwurfsverfasser intensive Analysen vorhandener Schalungssysteme und möglicher als Schal-Haut einsetzbarer Textilien durch. Die Material-Experimente prüften verschiedene Gewebe, Strickwaren, Vliesstoffe und Folien u.a. auf Elastizität bzw. Formbeständigkeit, Wasserdurchlässigkeit und Absorptionseigenschaften sowie die Qualität der entstehenden Betonoberflächen. Die Schalung für den Prototypen - eine schlanke, geschosshohe Baumstütze mit drei Ästen im Winkel von 120 ° - entstand nach einem sechsteiligen Schnittmuster aus einem Markisenstoff aus Acryl. Eine Hilfs-Konstruktion mit Boden- und Deckplatte sowie höhenverstellbaren Stützen ermöglichte ein „Nachspannen“ während des Betonierens, wodurch die Dehnung des Stoffes ausgeglichen und Durchbiegungen sowie Falten an den Verbindungspunkten verhindert wurden. Die Durchlässigkeit des Stoffes ließ überschüssiges Wasser und mögliche Lufteinschlüsse entweichen.

Die Jury sieht in der gezeigten Entwicklung textiler Schalungssysteme eine materialeffiziente und zukunftsfähige neue Lösung für die Herstellung freigeformter Betonbauteile. Die textile Schalung erzeugt amorphe, teils auch zufallsgesteuerte Formen, die mit herkömmlichen Herstellungsprozessen nur schwer zu erreichen sind. Das Konzept sollte weiterentwickelt werden, gerade weil konkrete Anwendungsmöglichkeiten noch unerforscht sind.


Anerkennungen 2014/15



Anerkennung - CC030 - CC

Swaantje Olescher  |  Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Begründung der Jury

Ausgangspunkt der Arbeit ist die Auseinandersetzung mit den gestalterischen Möglichkeiten eines neuartigen, betonähnlichen Sandwichmaterials, aus dem die Entwurfsverfasserin die Sitzschale eines Stuhls entwickelt. Dabei leitet sie das Design konsequent und geschickt von der spezifischen Struktur des Werkstoffs und seiner Oberflächen ab.

Als trockene, 13mm dicke Matte aus zwei textilen Lagen, deren Zwischenraum mit einer speziellen Zementmischung gefüllt ist, lässt sich das Material zunächst beliebig formen. Anschließend mit Wasser besprengt oder in Wasser eingetaucht, härtet es zu einer stabilen Betonschicht aus. Die Sitzschale setzt sich aus vier Kassettenelementen zusammen, die die Sitzfläche, die Rückenlehne und die beiden Seitenlehnen bilden. Jedes Element wird aus nur einem entsprechend zugeschnittenen Stück des Ausgangsmaterials gefertigt und ist durch seitliche Aufkantungen, ähnlich einer Rahmenkonstruktion, sehr formstabil. Über die Aufkantungen erfolgt auch die Verschraubung der Einzelteile, die als konstruktives Gestaltungselement bewusst gezeigt wird. Prägend für das Objekt sind die verschiedenen Oberflächenstrukturen des ausgehärteten Materials: Seine helle, textile Seite bildet das Innere der Sitzschale, das so trotz der Härte des Materials einen polsterartigen Eindruck vermittelt. Die dunklen, PVC-getränkten Oberflächen weisen nach außen und bilden einen starken Kontrast zum Sitzinneren. So wirkt das Möbel technisch, rau, industriell und dennoch filigran und fein. Dieser Charakter wird unterstützt durch vier filigrane, leicht ausgestellte Stuhlbeine aus verzinktem Eisenrohr, die sich zum leichteren Transport demontieren lassen.

Die Jury lobt insbesondere den intelligenten Einsatz des Materials, dessen Struktur der Formfindung dient: Die erforderlich Stabilität entsteht durch die Abkantungen der eigentlich flachen Matten. So wird im Sinne des Wettbewerbsthemas das Material Beton durch die Kombination von Material- und Forminnovation strukturell und gestaltprägend eingesetzt. Gleichzeitig trägt die gefundene Form durch die Abrundung der Abkantungen zu einer deutlichen Erhöhung des Sitzkomforts bei und vereint konstruktive und gestalterische Aspekte zu einer gelungenen Einheit, die durch die Umsetzung des Entwurfs als Prototyp im Maßstab 1:1 überzeugend vermittelt wird.


Anerkennung - GA183 - Gedächtnis der Arktis

Katharina Laekamp, Sofia Ceylan und Leonie Otten  |  Technische Universität Berlin

Begründung der Jury

Der Entwurf eines „Eisarchivs“ auf Spitzbergen soll einen Ort schaffen, an dem arktische Eisbohrkerne mit eingeschlossenen Informationen über das Klima der letzten hunderttausend Jahre konserviert, archiviert und untersucht werden können. Denn durch den globalen Klimawandel und das Schmelzen der Pole verschwindet dieses größte natürliche Archiv unserer Erde unaufhaltsam.

Mit einer einfachen, abstrahierenden und repetierenden Formensprache gelingt es den Entwurfsverfasserinnen, in der unwirtlichen Landschaft Spitzbergens mit ihren extremen Wetterbedingungen einen prägnanten Baukörper zu schaffen, der das Potential besitzt, als „Gedächtnis der Arktis“ ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken. Seine perfekt kreisrunde Form aus hellem Sichtbeton hebt sich von den dunklen, scharfkantigen, wettergeformten Felsformationen der Umgebung ab. Seine Form und die raue Oberflächenstruktur der Fassade sorgen außerdem durch gezielt erzeugte Turbulenzen dafür, dass die starken Winde im Fjord das Gebäude auch bei extremen Schneevorkommen zumindest teilweise schneefrei und damit sichtbar halten. Die gleichförmige Fassadenstruktur mit quadratischen Öffnungen und Faschen, die in Richtung des Dachrandes kontinuierlich größer werden, bildet die radial angeordnete innere Organisation nach außen ab. Im kleineren, oberirdischen Teil des Gebäudes befindet sich das Magazin zur Bereitstellung der Informationen, für die Speicherung und Untersuchung der Eisbohrkerne selbst wird durch Bohrungen ein riesiger unterirdischer Hohlzylinder im Permafrostboden geschaffen.

Die Jury sieht in der Arbeit einen gut durchdachten Beitrag zur Nachhaltigkeitsdebatte und den auch architektonisch zu lösenden Problemstellungen, die der Klimawandel aufwirft. Sie würdigt die konsequente Auseinandersetzung mit den spezifischen Herausforderungen des Bauens unter extremen Klimabedingungen. Auf gestalterischer Ebene ist insbesondere die sensible und gleichzeitig radikale Übersetzung der Nutzungsidee in eine ästhetisch gelungene räumliche Struktur hervorzuheben. Auch der Einsatz des Baustoffs Beton, der dem Gebäude gleichzeitig einen rauen und archaischen Charakter wie auch eine spürbare Fremdartigkeit verleiht, überzeugt.


Anerkennung - TY539 - Inner Sport

Gizem Yazar und Felix Thoms  |  Technische Universität Berlin

Begründung der Jury

Die Arbeit versteht das Wettbewerbsthema „Struktur“ als raumbildendes und weniger als konstruktives Motiv. Sie schafft auf einer zentralen, zwei Straßen verbindenden und seitlich durch Brandwände geschlossenen Baulücke in Berlin eine urbane Sportlandschaft, die die Öffentlichkeit ins Gebäude hineinziehen soll.

Das Themenfeld Sport, Bewegung und Dynamik wird dabei überzeugend in ein Gesamtraumerlebnis übersetzt, das von Überschneidungen und Wechselbeziehungen lebt: Über einem topographisch gestalteten Bodengeschoss mit einer zentralen Stadionsituation sind stützenfrei in verschiedenen Höhen zwischen den beiden Brandwänden weit ausladende Tonnengewölbe aus Beton gespannt, die sich zu offenen Sporthallen für verschiedene Sportarten ausformen. Scheinbar schwebend, sind sie versetzt zueinander angeordnet und räumlich-visuell verbunden. Dabei formen in der Regel die einander zugewandten Ränder der Tonnengewölbe Tribünenstufen für die jeweils gegenüberliegende Halle aus. Es entsteht ein fließendes Raumkontinuum, das vielfältige und unerwartete Durchblicke ermöglicht und sich nach oben hin zum Licht öffnet. An den beiden Straßenkanten schließt sich die Struktur in den oberen Ebenen, während sich das Bodengeschoss zum städtischen Außenraum öffnet.

Die Jury würdigt insbesondere die starke, von innen heraus entwickelte Raumstruktur mit ihren spannungsreichen wechselseitigen Bezügen, Lichtstimmungen und räumlichen Qualitäten. Daneben ist auch die experimentelle Beschäftigung der Entwurfsverfasser mit Bogen- und Schalentragwerken hervorzuheben, die letztlich im Entwurfsprozess zugunsten der Tonnengewölbe wieder fallengelassen wurden.


Buchpreise 2014/15

 

Buchpreis - KK069 - Pavement Tiles

Karl Martin Leo Becker  | Hochschule für Gestaltung Offenbach

Die Arbeit „Pavement Tiles“ befasst sich mit Bodenbelägen von Plätzen, Straßen und Wegen in verschiedenen Ländern, die auf die kulturellen, technischen und sozialen Strukturen einer Gesellschaft verweisen. Sie werden in ausgesuchten Ausschnitten von 25 x 25 cm detailgetreu mit Gips abgegossen und später mit Hilfe der entstandenen Negativformen aus gefärbtem Beton nachgebildet. Die Jury würdigt das Projekt als verbildlichendes Gedächtnis von Städten, als Bindeglied zwischen Architektur und Stadtgeschichte, welche sich in der Oberfläche der Kacheln widerspiegelt.


Buchpreis - MT258 - verSTECKT

Maike Ahling und Tina Schütte  l  Fachhochschule Münster

Der Entwurf fügt der denkmalgeschützten Ruine einer mittelalterlichen Wasserburg einen Festsaal als temporären Veranstaltungsort hinzu. Als besonders überzeugend bewertet die Jury die Behutsamkeit der Ergänzung, welche Proportionen und Rhythmik des Bestands aufgreift und daraus ein einfaches tektonisches Konstruktionsprinzip entwickelt: Großformatige Betonfertigteile werden als Wand- und Deckenelemente über simple Steckverbindungen zu 8 Raummodulen zusammengefügt, die gemeinsam eine spannende Raumabfolge bilden.


Buchpreis - OU932 - Archivregal

Christiane Müller und Michael Fox  l  Technische Universität München

Der Entwurf für ein „Archivregal“ als öffentliches Park- und Lagergebäude entwickelt auf klare und überzeugende Weise aus einem regelmäßigen Grundraster ein spannendes Prinzip räumlicher Schichtung unterschiedlicher Dichte. Der funktionalen Organisation mit Kurzparkern unten und zunehmend privaten und längerfristig genutzten Stell- und Lagerflächen in den oberen Ebenen folgt auch die räumlich-konstruktive Struktur: Die Dichte der Stützen nimmt in der Ansichtsebene von unten nach oben, in der Grundrissebene von innen nach außen zu, während die Stützen gleichzeitig schlanker werden. So entstehen in der sehr tiefen räumlichen Struktur unterschiedliche Atmosphären, Ein- und Ausblicke.


Buchpreis - MR000 - Garage Extruder

Max Rudolph und Rita Rocha  |  Technische Universität Berlin

„Garage Extruder“ greift das Wettbewerbsthema „Structure“ im Sinne eines räumlich-organisatorischen Systems auf. Zur Nachverdichtung eines weitläufigen Innenhofs im Kontext von Großwohnbauten der Nachkriegszeit im Berliner Zentrum wird eine großflächige, aber nur dreigeschossige Gebäudestruktur entwickelt. Aufbauend auf dem Raster einer bestehenden unterirdischen Parkgarage entsteht über dem zur Durchwegung freigehaltenen, parkartig gestalteten Erdgeschoss ein mit Lufträumen perforierter, kleinteilig gegliederter Teppich aus ein- und zweigeschossigen Wohneinheiten. Der Entwurfsansatz ist exemplarisch zu verstehen und lässt sich auf viele große Innenhöfe übertragen.


Buchpreis - ZW215 - verdichten, kreuzen, auflösen

Stephan Wildermuth und György Zilahy  |  Universität Stuttgart

Die Entwurfsverfasser interpretieren das Thema „Structure“ als etwas Ganzes, das durch das Fügen eines variierenden Elements eine Ordnung schafft: Mit einer dichten, turmartigen Raumstruktur aus labyrinthisch verschachtelten Betonscheiben und Treppen bilden sie ein architektonisches Abbild der Erfahrungen der modernen Metropole. Als Ort der Entschleunigung und Besinnung soll das Gebäude dem Besucher auf seinem individuellen Weg nach oben komplexe Raumeindrücke ermöglichen und seine Aufmerksamkeit auf die eigene Wahrnehmung von Raum und Zeit lenken. Indem der Aufstieg letztlich in einer Aussicht auf die reale Metropole mündet, wird der abstrakt-theoretische Hintergrund des Projektes in eine gelebte und gefühlte Erfahrung übertragen.


Buchpreis - SJ769 - Schneeflocken

Julia Kravtsova und Steffen Geppert  |  Technische Universität Darmstadt

Hergeleitet von der relativ einfachen Idee der Struktur einer Schneeflocke bzw. eines Eiskristalls entwickeln die Entwurfsverfasser ein sehr raffiniertes und tiefes modulares Wandsystem. Die Formgenerierung beginnt mit ineinander gesteckten, sechseckigen Plättchen, die dreidimensional verräumlicht, variiert und „geshaped“ werden. Das strukturell hochkomplexe Ergebnis mit verschiedensten Ebenen und Winkeln wird durch einen prototypischen Aufbau aus in Beton gegossenen, mit Stahlstiften verbundenen Modulen ästhetisch überzeugend dargestellt. Es verspricht interessante Erscheinungen, die über ihre kristalline Anmutung sehr schön an die Schneeflocke als Ausgangspunkt des Entwurfs erinnern.


Buchpreis - CN268 - Konfrontation Beton und Porzellan

Constanze Neues  |  Fachhochschule Düsseldorf

Die Arbeit zeigt verschiedene Ergebnisse von Experimenten, mit denen die Verfasserin die Werkstoffe Beton und Porzellan in einem Objekt zu vereinen versucht. Die entstehenden Schalen - manche mit Beton außen und einer dünnen Porzellanschicht innen, manche umgekehrt - zeugen spannungsvoll von den unterschiedlichen Charakteren und Eigenschaften der Materialien. Dieser Kontrast wird gestalterisch überzeugend verstärkt durch verschiedene Färbungen und die Unterscheidung zwischen innerer und äußerer Form - jeweils eine ist organisch, die andere regelmäßig rund ausgebildet. Dabei ist es der Beton, der die beim Brennvorgang des Porzellans entstandenen Unregelmäßigkeiten in Form und Struktur ausgleicht, abdichtet und den Schalen die Zerbrechlichkeit nimmt.


Buchpreis - PE222 - SUIT UP                  

Philipp Engasser  |  Bergische Universität Wuppertal

Mit einem schwer wirkenden, unregelmäßigen Beton-Fassadenelement schafft der Entwurf eine relativ anarchistische Neuinterpretation der „klassischen“ modularen Kaufhausfassade der 1960er Jahre. Die Arbeit löst sich vom strengen Strukturalismus dieser Zeit und findet eine Lösung, die - auf den ersten Blick mehr oder weniger ungeordnet - diesem eigentlich zuwiderläuft. Die bewusste Unregelmäßigkeit ergibt sich aus der Schalung aus festem, origamiartig gefaltetem Papier in einem Holzrahmen, welches der Feuchtigkeit und dem Gewicht des frischen Betons teilweise durch Verformungen nachgibt. So erhält jedes Element eine individuelle Struktur, was interessante Effekte und Schattenwirkungen im reliefartigen Fassadenbild erzeugt.

 

 

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